Flicken für die Kindheit!

Damals, als man noch ein kleiner Pimpf war, sich ständig vollgekleckert hat und überall rauf und runter klettern musste, ja damals hat Mutti uns noch immer unsere Klamotten heile gemacht. Wenn man über den Bordstein gefallen ist und sich die Hose inklusive Knie aufgeschürft hat oder wenn man vom Baum gefallen ist und das Lieblings-Shirt mit Ernie und Bert einen Riss hatte, dann ist man einfach nur zur Mami gelaufen und die hat alles wieder gut gemacht. Klar, Mami kann ja auch alles, vor allem wenn man ein Kind ist.

Irgendwann wird man erwachsen. Man wird zwar geschickter, aber die Klamotten gehen trotzdem noch kaputt. Und meistens werden sie dann einfach in den Mülleimer geworfen. Eine kurze Träne wird vergossen, falls es vom gleichen Wert wie das Ernie und Bert Shirt aus der Kindheit ist oder auch nur annähernd dran kommt. Aber die wenigsten kommen auf die Idee das gute Stück, sei es die Jeans, der Pulli, die Bluse oder das Kleidchen, einfach selber wieder zu reparieren, besser gesagt zu flicken.

Das mag viele Gründe haben. Natürlich ist es leichter einfach neue Klamotten zu kaufen, aber es könnte auch psychologische Gründe haben. Denn als man damals in die Pubertät gekommen ist, wollte man sich auf gar keinen Fall mehr die coolen Klamotten von Mama flicken lassen. Besonders wenn es auch noch Flicken in Mickey Mouse Form, mit einem Donald Duck Kopf oder eine lachende Sonne das Motiv war. Ziemlich uncool. Also hat man irgendwann das Flicken aufgegeben und ist lieber shoppen gegangen. Das macht ja aber auch Spaß.

Und jetzt, in dieser Vintage-verseuchten Zeit, in der Retro-Klamotten und Retro-Accessoires das absolute Non plus Ultra darstellen, jetzt ist es eigentlich Zeit diese Tradition der Kindheit wiederbeleben zu lassen. Schließlich dürfen wir ja auch mit Seifenblasen rumsprühen. Die Modeindustrie hat diesen Trend schon aufgenommen und präsentiert uns immer mehr Klamotten mit Flicken. Zwar haben sich die Kindermotive noch nicht durchgesetzt, aber eine harmlosere Version: runde braune Flicken. Am Besten in Leder. So machen sie sich wunderbar auf unseren Knien und Ellbogen breit und peppen Jacken, Hosen, Strumpfhosen oder Pullover wunderbar auf. Apropos aufpeppen: man kann auch einfach seine träge alte Wollstrumpfhose nehmen oder einen grauen Pulli und sich die Flicken ganz leicht selber drauf nähen. Immerhin kann man nur wenige Trends so einfach selber gestalte

Ein kleiner Schutz vor einem aufgeschürften Knie vielleicht, falls einmal wieder das ungeschickte Kind in uns durchkommt und wir beim herum Tollen im Wald über einen Ast stolpern. Vielleicht aber auch einfach nur eine wunderbare Erinnerung an unsere Kindheit, als wir uns geborgen fühlten und dachten nichts kann uns aufhalten, auch kein doofer Ast auf dem Boden. Oder ein Baum. Oder auch ein Randstein auf der Straße. Was fällt dem auch ein. Mit Sicherheit ist die nächste Stufe dieses Trends noch ein weiterer Schritt zurück in die Vergangenheit. Dann werden nämlich doch wieder die lustigen Motive von früher auf die Klamotten geklebt, gebügelt und genäht. Mickey Mouse forever!

 

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