Echtpelz vs. Kunstpelz – Wie erkenne ich den Unterschied?

In Edelsteinfarben oder in klassischem Weiss kommen die aktuellen Winterjacken daher. Daneben gibt es sie in klassischen Wollstoffen wie Tweed und in neutralen Farben. Die Schnittform ist kurz und körperbetont. Gesteppt kann sie sein oder mit Daunen gefüllt. Die Winterjacke bietet kuschligen Komfort und Wohlgefühl durch ihr wärmendes Futter. Sie ist ein universelles Kleidungsstück, dass durch seine verschiedenen Formen überzeugt. Ob Anorak, kurzer Parka oder Bolero ist sie auf der Skipiste oder beim Einkauf im Supermarkt zu finden.

Gerade in der Winterzeit präsentiert sich die Jacke mit Pelz gefüttert oder verziert. Pelzkragen oder mit Pelz verbrämte Kapuzen sind trendig. Sehr gute Kunstpelzqualitäten und hervorragende Gebrauchseigenschaften machen daraus ein Tragevergnügen. Kunstpelze sind die schöne und sinnvolle Alternative zu Echtpelzen.

Wie aber erkennt man einen Kunstpelz?

Der verantwortungsbewusste Käufer schaut zunächst auf das Materialetikett. An dieser Stelle ist jedoch bereits Vorsicht geboten: Die Deklarationspflicht ist derzeit nicht ausreichend geregelt. Produkte aus fernen Ländern werden bewusst oder unbewusst falsch etikettiert und so wird Echtpelz als Kunstpelz ausgewiesen. Auch die Frage an das Verkaufspersonal muss nicht zur eindeutigen Klärung führen. Folgende Tipps haben sich bewährt:

1. Schauen, Tasten und Pusten

Zunächst sieht amn sich den Pelz genau an. Echtpelz ist ein Naturprodukt und daher sind die Härchen von unterschiedlicher Länge und Stärke. Ein sanftes Pusten bewegt die Oberfläche eines Echtpelzes stärker als es bei einem trägen Kunstpelz der Fall ist. Beim Echtpelz ist die Unterwolle erkennbar. Als nächster Schritt empfiehlt sich das Betasten. Dabei versucht man die Pelzhaare vorsichtig auseinander zu schieben, um den Untergrund sichtbar zu machen. Bei einem echten Pelz stösst man immer auf Leder. Ein Webpelz hingegen verfügt über einen gewebten Stoffuntergrund.

2. Flammentest

Dieser Test ist nicht ladentauglich! Für bereits gekaufte Produkte kann man ihn zu Hause anwenden. Dazu zupft man ein paar Härchen aus dem Pelz und brennt diese über einer feuerfesten Unterlage ab. Der Geruch gibt die gesuchte Auskunft. Das verbrannte Echthaar riecht nach Horn oder einem verbrannten Menschenhaar gleich, das Kunstpelzhaar riecht nach verbranntem Kunststoff.

Möchte man die absolute Gewissheit über die Herkunft des Felles haben, muss man jedoch eine Laboruntersuchung veranlassen. Nur eine Analyse kann das zweifelsfrei klären.

Fazit – Den Spass an der Mode auf Kosten der Tiere ausleben ist scheiße!

DSC_7022Den Spass an der Mode will man im 21.Jahrhundert nicht mehr auf Kosten der Tiere ausleben. Zu grausam sind die Bilder von den geschundenen Tieren in den Zuchtstationen, denen das Fell über die Ohren gezogen wird. Beschämend sind die Statussymbole in Pelz und zeichnen ein schreckliches Bild des Menschen. Als mündiger und informierter Konsument ist man in der Lage, Einfluss auf die Hersteller und die Händler zu nehmen. Veränderte Verbrauchergewohnheiten führen zu einem veränderten Angebot an Produkten. Auf diese Weise können die Hersteller gezwungen werden, auf die unsinnige Tierquälerei zu verzichten.

Erfolgreich auch ohne Echtfell

Es gibt in Deutschland eine Reihe von Kaufhäusern und Modelabels, die bereits eine freiwillige Verpflichtung eingegangen sind, keine Echtfelle im Sortiment zu führen. Der Tierschutzbund bietet diese Liste online an. Der generelle Verzicht auf Echtpelz wird von allen Tierschutzorganisationen gefordert. Weitere empfehlenswerte Schritte sind die Sensibilisierung des persönlichen Umfeldes zu diesem Thema und der Protest beim Händler vorort, wenn dieser Echtfell anbietet. Da die Politik ebenfalls in der Pflicht steht, sind Appelle an die Bundesregierung, den Europarat und die EU-Kommission für ein europaweites Verbot der Pelztierhaltung notwendig.

Photos by flickr: CC Lizenz Christian Groß, in-fluenz

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  • parka echtpelz erkennen
1 Kommentar
  • On 9. Februar 2015 at 22:50 graph said

    Pelz war und ist ein wichtiges Gestaltungsattribut im Bereich der Modedesignentwicklung. Das wird auch immer so sein. Die Rechtfertigungen für die Verwendung von Pelzen, nämlich wegen dessen wärmenden Eigenschaften ist banal und unsinnig.
    Prinzipiell könnte ausschließlich Kunstpelz Verwendung finden, wenn die existierende Behauptung, dass Kunstpelz im Aussehen zum Echtpelz keinen Unterschied bietet, endlich Realität wäre. Leider ist es überhaupt nicht so.
    Zumal fertigungstechnologisch es kein Problem gäbe ein Kunstpelz herzustellen, welcher annähernd die Eigenschaften von Echtpelz hätte. Es wäre möglich einen Kunstpelz herzustellen mit Unterwolle, Grannenhaare, typische haptische Eigenschaften von Echtpelz und mit einer hervorragenden farblichen Abbildung.

    Auch hier warten wir bis China den Markt für sich einnimmt. Neben der gigantischen Echtpelzproduktion, existieren bereits Anfänge für die Herstellung von sehr hochwertigen Kunstpelzen die wir hier in Deutschland überhaupt noch nicht kennen. Warum ist das so?

    Erst wenn auf dem Markt die Alternative Kunstpelz in seiner Qualität ernst zu nehmen ist, greift die Überzeugungsarbeit der Tierschützer und die Nachfrage an Echtpelzen wird im notwendigen Tempo zurückgehen. Das Bedarfsverhalten jedes Einzelnen mittels Überzeugung zu ändern wird allein nicht funktionieren. „Sonst gäbe es nur noch nichtrauchende Veganer in selbstgefilzten Pantoffeln im Schamanen-Zelt“ G.K.1992

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